Bilder mit Bildbeschreibungen auf Twitter posten – So geht’s

Seit dem 29.03.2016 kann man auf Bildern, die man auf Twitter veröffentlicht, eine Bildbeschreibung hinzufügen. Dies hilft Menschen, die die Bilder nicht sehen oder interpretieren können, also z. B. Blinden und Sehbehinderten, aber auch Menschen mit bestimmten kognitiven Schwierigkeiten. Und so geht’s! „Bilder mit Bildbeschreibungen auf Twitter posten – So geht’s“ weiterlesen

Barrierefreie E-Books unter iOS dank der Amazon Kindle App

Im Mai diesen Jahres erschien eine Version der App Amazon Kindle, die als Neuerung die Zugänglichkeit durch den Screen Reader VoiceOver unter iOS ankündigte. Kurz darauf fluteten Begeisterungsstürme durch die Blogosphäre und sozialen Netzwerke, und inzwischen wurde die App sogar in die AppleVis iOS App Hall of Fame aufgenommen. Zeit für einen kurzen deutschsprachigen Überblick, was einen blinden VoiceOver-Nutzer erwartet!

Die Situation bei E-Books bietet ja ein eher gemischtes Bild. Während Apple mit seinem iBooks Store und der zugehörigen App für iOS und demnächst auch OS X in Puncto Barrierefreiheit eine absolute Vorreiterstellung einnahm, denn iBooks war von Anfang an, also zum Erscheinen des ersten iPads im April 2010, zugänglich, sind viele E-Books anderer Quellen eher nicht zugänglich gewesen. Entweder handelte es sich um in der Regel nicht mit Barrierefreiheits-Tags ausgestattete PDFs oder um PDFs, die aus gescannten Buchseiten bestanden, oder die Apps oder Geräte zum Lesen solcher E-Books waren nicht zugänglich. Letzteres war bis jetzt bei Amazon Kindle der Fall. Die iOS-App für iPhone, iPod Touch und iPad ist die erste, die Kindle-Bücher für Blinde zugänglich macht. Andere Apps wie die für OS X, Windows oder Android, sowie die Kindle Paperwhite, Kindle Fire und wie die Hardware-Reader auch alle heißen, sind samt und sonders bisher nicht zugänglich.

Aber allein die Zugänglichkeit der iOS-App eröffnet Blinden auf einmal eine riesige neue Quelle an elektronisch zugänglicher Literatur. Wie bei iBooks sind auch Kindle-Bücher mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit zugänglich. Das Kindle-Format basiert auf strukturierten HTML-Dateien, die von einem Gerüst aus XML-Dateien und einer bestimmten Konvertierung zusammengeführt werden. Kindle-Bücher sind somit textbasiert. Klar gibt es theoretisch auch die Möglichkeit, Buchseiten zu scannen und als Grafiken zu hinterlegen, diese müssen aber per HTML zusammengeführt werden, was vom Aufwand her fast das gleiche ist wie den Text gleich richtig lesbar zu gestalten.

Hat man sich die App heruntergeladen, empfiehlt sich ein erster Start und eine Anmeldung am eigenen Amazon-Konto. Dies registriert das iOS-Gerät als neuen Kindle-Reader bei Amazon, so dass man beim Kauf von Büchern diese sofort an das iOS-Gerät schicken kann. Beim nächsten Aufruf der App oder dem Auswählen von „Synchronisieren“ werden neue gekaufte Bücher dann automatisch heruntergeladen und sind sofort verfügbar.

Der Kauf eines Kindle-Buches geschieht im Gegensatz zu iBooks übrigens nicht innerhalb der App, sondern muss über die Webseite vom Mac, PC oder iOS-Gerät getätigt werden. Amazon müsste Apple für jedes von innerhalb der App gekaufte Buch sonst nämlich eine Provision zahlen. Da es sich um ein Konkurrenzangebot handelt, ist es nur verständlich, dass Amazon das nicht möchte. 😉

Hat man nun ein oder mehrere Bücher gekauft und beim Kauf angegeben, dass die Datei bitte gleich an das passende iOS-Gerät gesendet wird, taucht es auf der Startseite der Kindle-App auf. Die Navigation geschieht durch übliche VoiceOver-Gesten. Man wählt ein Buch aus und führt einen Doppeltipp aus, um es zu öffnen. Die Startseite bietet weiterhin eine Möglichkeit, zwischen der in der Amazon Cloud gespeicherten Inhalte und denen, die bereits auf dem Gerät vorhanden sind, umzuschalten. Weiterhin kann man die Einstellungen aufrufen und von einer Listen- in eine Rasterdarstellung umschalten.

Hat man ein Buch geöffnet, wird die erste Seite angezeigt, wenn man das Buch noch nie geöffnet hatte, oder die zuletzt gelesene Seite, wenn man das Buch schon einmal geöffnet hatte. Der Text wird zeilenweise dargestellt. Man kann also mit dem Finger von oben nach unten fahren und so die Zeilen „abscannen“. Man kann auch mit zwei Fingern von oben nach unten streichen, und VoiceOver beginnt, vom oberen Bildschirmrand oder von der aktuell gewählten Zeile an vorzulesen. VoiceOver blättert automatisch Seiten um, so dass man theoretisch ein ganzes Buch in einem Vorgang durchlesen kann. Ähnlich wie bei iBooks gibt es auch hier eine kleine Verzögerung beim Umblättern der Seiten. Eine Einstellung, Text fortlaufend anzuzeigen, bietet die Kindle-App bisher nicht. Ein Tippen mit zwei Fingern stoppt den Vorlesevorgang. Mit drei Fingern nach links wischen bewirkt das Umblättern auf die nächste Seite, mit drei Fingern nach rechts wischen blättert eine Seite zurück.

Tippt man irgendwo im Text doppelt, öffnet sich das Menü zum Buch. Man kann nun natürlich ins Buch zurückkehren, aber auch zur Startseite gehen, durch den Punkt „Gehe zu“ verschiedene wichtige Punkte im Buch anspringen wie das Inhaltsverzeichnis, zum Anfang o. ä. Man kann Lesezeichen setzen oder zu ihnen gehen, man kann eine Suche im Buch durchführen oder die Seitenposition ändern. Im Gegensatz zu iBooks rechnet Kindle jedoch nicht in virtuellen Buchseiten, sondern in Prozent des bereits gelesenen Inhalts.

Interessant sind auch die Anzeigeoptionen, vor allem für Sehbehinderte, die zusätzlich zur Sprachausgabe vielleicht noch die Augen zum Mitlesen verwenden möchten. Nicht nur Farbthemen wie „weiß“ und „schwarz“ können hier eingestellt werden, sondern auch Helligkeit, Schriftgröße, Zeilenabstand, Breite des Seitenrandes usw.

Eine weitere interessante Möglichkeit der App ist es, Text zu kopieren, um ihn z. B. als Zitat in einem Dokument einzufügen, oder Wörter in einem Wörterbuch nachzuschlagen. Auch diese Funktionen sind mit VoiceOver komplett zugänglich. Um Text zu markieren, geht man wie folgt vor:

  1. Mit Hilfe des Fahrens über die Seite und des Rotors den Beginn des zu markierenden Textes einstellen. Hierbei werden die Rotorfunktionen zum Navigieren per Zeichen, Wörtern und Zeilen vollständig unterstützt.
  2. Nun doppeltippen und halten, bis eine aufsteigende Tonfolge erklingt und das Menü zum Markieren und Nachschlagen erscheint. Hier kann man nun wählen, in welcher Farbe die Markierung geschehen soll. oder auch die Auswahl verändern. Das aktuell unter dem Cursor befindliche Wort wird automatisch markiert.
  3. Man wählt nun den Schalter für Auswahlrand ganz links oder Auswahlrand ganz rechts, doppeltippt und hält erneut, bis eine aufsteigende Tonfolge erklingt, und bewegt den Finger nun langsam nach links oder rechts. Je nach eingestellter Rotoreinstellung wird nun zeichen-, wort- oder zeilenweise markiert. Es wird nach kurzer Verzögerung jeweils der aktuell markierte Text gesprochen. Hat man den gewünschten Text markiert, hebt man den Finger wieder an.
  4. Nun kann man erneut wählen, in welcher Farbe der Text markiert werden soll. Man kann für die Textstelle auch eine Notiz erstellen. Ist ein Wörterbuch heruntergeladen, wird für ein einzelnes markiertes Wort die Definition angezeigt. Man kann den Text auch auf Twitter oder Facebook teilen oder ihn bei Google oder Wikipedia suchen.

Im Gegensatz zur sonst unter iOS üblichen Art des Markierens von Text durch das Auseinanderziehen zweier Finger im Bearbeiten-Modus „Auswählen“ geschieht die Auswahl hier also durch das Verschieben des linken oder rechten Randes der Textmarkierung mittels zweier getrennter Steuerelemente. Ich persönlich finde diese Art der Textauswahl sehr gelungen, da sie eine genauere Textauswahl ermöglicht als die sonst üblichen Gesten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde die Textauswahl unter iOS mit VoiceOver eine der wenigen nicht gelungenen, weil umständlichen, Funktionen.

Man kann in die Kindle-App übrigens auch Inhalte aus anderen Quellen lesen. Amazon bietet jedem Kindle-Benutzer 5 Gigabyte Cloudspeicher für „persönliche Dokumente“. Jedes iOS-Gerät und jeder andere Kindle-Reader bekommt hierfür eine eigene kindle.com-E-Mail-Adresse zugewiesen, an die man Dokumente im .mobi-Format oder im Amazon Kindle Format schicken kann. So können auch E-Books aus anderen Shops, die man dort im Mobi-Format erwerben kann, in der Kindle-App gelesen werden, ähnlich wie dies bei ePub-Dateien mit iBooks möglich ist.

Interessant sind auch die Angebote abonnierbarer Zeitungen und Zeitschriften. Die zeit, die Süddeutsche und viele andere Zeitungen können über Amazon abonniert werden und werden dann sofort bei Erscheinen an das Gerät gesendet. Im Gegensatz zum Zeitungskiosk von iOS kann man hier sehr sicher sein, tatsächlich auch eine vernünftige Kindle-Datei zu bekommen und nicht ein PDF-Gekleister. Auch werden alle Zeitungen in derselben App gelesen, man muss sich also nicht für jeden Inhalt wieder auf eine andere Zeitungskiosk-App einstellen.

Ich hoffe, mit diesem Überblick vielleicht dem einen oder anderen Leser eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben, wie man das meiste aus der Kindle-App für iOS als VoiceOver-Nutzer herausholen kann. Ich persönlich freue mich jedenfalls sehr über diese Erweiterung des E-Book-Marktes für blinde Menschen!

Warum ich mir noch keinen Apple iPod kaufen würde

Kürzlich hat Apple eine verbesserte Zugänglichkeit in iTunes 8 und dem iPod Nano vierter Generation verkündet. Dies ist ein wichtiger Durchbruch im Bereich der Barrierefreiheit von Musikplayern von der Stange. Die Hersteller eines weit verbreiteten MP3 Players haben Funktionen eingebaut, damit dieses Gerät auch von Sehgeschädigten verwendet werden kann. Bisher gab es lediglich Projekte wie Rockbox, in denen eine zusätzliche Firmware für bestimmte Geräte programmiert wird, die dann zugänglich ist. Diese Herangehensweise bietet aber immer nur eingeschränkten Zugriff. So ist zum Beispiel das Abspielen DRM-geschützter Inhalte aus dem iTunes Music Store nicht mit der Rockbox-Software für einige ältere iPod-Modelle möglich.

Auf der anderen Seite gibt es neue innovative Ansätze von Firmen wie HumanWare, die Produkte wie den VictorReader Stream herstellen. Dies ist ein kleines Abspielgerät für DAISY– und Audible-Hörbücher und MP3-, Ogg-Vorbis und Flac-Dateien. Das Revolutionäre am Stream ist, dass er mit einer zweisprachigen Sprachausgabe daherkommt, die nicht nur Texte in verschiedenen Formaten vorlesen, sondern auch die Dateinamen und Metadaten von Musikdateien und Hörbüchern sprechen kann.

Die Frage, die ich mir beim Lesen von Apples Bekanntmachung stellte, war, ob dies nun die Notwendigkeit blindenspezifischer Geräte überflüssig macht. Und die Antwort kam fast prompt: Soweit sind wir noch nicht! Erst wenn Hersteller solcher Massenprodukte auch eher blindenspezifische Funktionen und Formate unterstützen, werden sie zu einer echten Alternative. Da ich inzwischen bei Sofort Hören auch Hörbücher im DAISY-Format entdeckt habe, bleibt zu hoffen, dass dieses Format auch bald von herkömmlichen Musikplayern unterstützt wird.

Die zweite Frage, die ich mir stellte, war, würde ich mir einen neuen Player kaufen, wäre dies ein iPod? Ich besitze seit März diesen jahres einen Stream. Für mich stellt sich die Frage konkret also nicht. Aber selbst wenn dem so wäre, würde ich mich zur Zeit dennoch immer noch für einen Stream entscheiden. Und hier sind die Gründe dafür.

Mehr Flexibilität bei der Sprachausgabe

Der Stream bietet eine zweisprachige Sprachausgabe zum Vorlesen von Texten und Dateinamen und Metadaten. Eine Sprache ist immer englisch, die zweite eine individuelle Landessprache. In meinem Fall ist diese natürlich deutsch. Der Ansatz von Apple ist, die Prompts für Menüs und Dateinamen auf dem Desktop-Computer vorzusynthetisieren, indem das im Betriebssystem integrierte oder ein zusätzliches Sprachausgabesystem verwendet wird. Dies ist aber immer einsprachig. Wenn ich also meine Menüprompts in deutscher Sprache haben möchte, werden auch die Dateinamen meiner englischsprachigen MP3-Dateien mit deutschen Ausspracheregeln und Phonemen vorgelesen, was natürlich etwas gewöhnungsbedürftig klingt.

Kein Kauf einer weiteren Sprachausgabe notwendig

Wenn man einen Stream erwirbt, ist die zweisprachige Sprachsynthese gleich an Bord. Um mit iTunes und dem iPod die volle Funktionalität nutzen zu können, ist der Erwerb einer Sprachausgabe notwendig, die mit der Microsoft Speech API 5 kompatibel ist. Anwender des JAWS Screen Readers haben Glück, seit Version 8 liefert JAWS die RealSpeak Solo aus, welche eine mehrsprachige SAPI-5-Sprachausgabe ist. Anwender anderer Screen Reader müssen zu anderen Sprachausgabeangeboten und somit in die Tasche greifen. Und ich möchte meine iPod-Menüs ehrlich gesagt nicht von Microsoft Sam vorgelesen bekommen. Öffnen Sie mal unter Windows XP die Systemsteuerung und wählen Sprachein-/-ausgabe. Lassen Sie sich das Beispiel von der Standardstimme vorsprechen, dann wissen Sie, was ich meine. 🙂 Die Stimmqualität unter Windows Vista ist nicht viel besser, und außerdem sind diese Sprachen alle nur auf englisch verfügbar.

Unterstützung von Hörbüchern im DAISY-Format

Der Apple iPod unterstützt die in DAISY-Büchern zur Verfügung stehenden Navigationsmöglichkeiten nicht. Man kann diese Hörbücher lediglich als MP3-Dateien hören. Die Navigation durch Abschnitte oder Phrasen ist jedoch nicht möglich. Da meine Maxime ist, mir die größtmögliche Flexibilität zu bewahren, würde ich mich nicht beschränken lassen wollen, aus allen möglichen Quellen Hörbücher zu erhalten. Wenn ich Bücher im DAISY-Format verwenden möchte, möchte ich dies auch im vollen Umfang tun.

Keine Unterstützung für die Formate Ogg Vorbis und Flac

Ich weiß, dies ist ein sehr subjektiver Punkt. Ich bevorzuge es, meine CDs im Format Ogg Vorbis zu rippen, da dieses Format erheblich bessere Klangergebnisse liefert als MP3. Die iPods unterstützen selbst in der neuesten Generation die Formate Ogg Vorbis und Flac nicht.

Unterstützung verschiedener Dateiformate

Der Stream unterstützt das Vorlesen von Dateien unter anderem in den Formaten Text, HTML, XML und RTF. Auch das Vorlesen formatierter Brailledateien ist möglich.

Notizfunktion

Mit dem Stream kann ich Notizen entweder mit einem externen oder dem eingebauten Mikrofon aufnehmen. Abhängig von der eingelegten Speicherkarte kann ich damit sogar ganze Präsentationen mitschneiden. Zugegeben, diese Funktion, wie auch die zuvor genannte, sind sehr spezifisch auf den Bedarf blinder Anwender zugeschnitten. Es ist jedoch sehr effizient, Aufnahmen mit dem Stream zu machen. Es geht wesentlich schneller als mit der Notizfunktion des Handys herumzuwerkeln, ja ich würde sogar behaupten schneller als der Griff zu Stift und Papier.

Mehr Flexibilität bei der Wahl des Speichers

Der Stream arbeitet mit ganz normalen SD- oder SDHC-Speicherkarten, die man in jedem Fotogeschäft bekommt. Der zur Verfügung stehende Speicher ist somit theoretisch endlos. Im iPod Nano der vierten Generation ist man auf 8 oder 16 Gigabyte Flash-Speicher festgelegt. Wenn man bedenkt, dass für die Dateien, in denen die Sprachprompts gespeichert werden, Speicher benötigt wird, hat man sogar weniger für seine Musik zur Verfügung als ein sehender iPod-Benutzer.

Die freie Auswahl bei der Wahl der Quellen für Musikinhalte

Verwendet man den iPod, ist man zwangsläufig auf iTunes und den iTunes Music Store festgelegt. Obwohl dieser auch DRM-freie Inhalte anbietet, steht die große Mehrheit der Inhalte lediglich in dem kopiergeschützten und mit 128 kbit/s nicht gerade üppig codierten Aac-Format zur Verfügung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass andere Musikdownloadportale mit 128 kbit/s codierte Windows Media Audio (WMA)-Dateien verwenden, die ich ähnlich wenig ansprechend finde. Wenn ich Musik aus dem Internet herunterlade, nehme ich eigentlich nur mit hoher Qualität codierte MP3-Dateien, die nicht kopiergeschützt sind. Finde ich das Gesuchte dort nicht, gehe ich zu Amazon und kaufe mir die CD, um sie dann in meinem favorisierten Ogg-Vorbis-Format zu rippen. Nennen Sie mich altmodisch, aber ich gehöre zu denen, die lieber ganze Alben als einzelne Musikstücke kaufen. Das fühlt sich immer so unvollkommen an.

Der Stream ermöglicht mir diese Flexibilität, während mich der iPod auf iTunes zum Kopieren der Dateien und Kauf der Musikstücke beschränkt. Für den Stream lege ich meine SD-Karte in den Kartenleser, kopiere die Dateien mit meinem bevorzugten Dateiverwaltungsprogramm, schiebe die Karte in den Stream zurück, und ab geht die Post!

Aber gibt es denn gar keine Argumente für den iPod?

Das einzige Argument, das mir zur Zeit einfällt, ist der Preis. Der iPod Nano mit 16 Gigabyte Speicher kostet nur ungefähr die Hälfte von dem, was ein Stream kostet.

Ein anderes Argument, das manche ins Feld führen könnten, ist die „Trendigkeit“ des iPods. Aber mehr als die Gewissheit, dass man mit einem iPod trendy wirken könnte, bleibt dabei auch nicht hängen und sollte nie das entscheidende Argument für die Wahl eines Hilfsmittels sein. Zugegeben, der Stream sieht – und hier zitiere ich den 8-jährigen Sohn eines Bekannten – mit seinem Lautsprecher, eingebauten Mikrofon und den recht großen Tasten und dem doch eher eckigen Gehäuse ein bisschen aus wie ein Handy aus der Mitte der 90er Jahre. Für manche wird sich der iPod mit Sicherheit viel attraktiver anfühlen.

Wenn man sich weitere Funktionen des iPod anguckt, so ist meine Meinung, dass das Betrachten von Bildern nun leider völlig am Ziel vorbei schießt und das Angucken von Videos nur dann interessant ist, wenn man sich Filme oder Serienepisoden im Store ausleihen oder diese erwerben möchte. Wenn man vom Fernsehen aufzeichnet oder DVDs verwendet, gibt es genug Möglichkeiten, lediglich die Audiodaten zu extrahieren und diese auf dem Stream mitzunehmen.

Nachdem ich dies nun alles angeführt habe, möchte ich noch einmal verdeutlichen, dass ich Apples Schritte in diese Richtung weder für falsch noch für brotlose Kunst halte. Ich finde es ganz fantastisch, dass sie diese Schritte unternommen haben und möchte sie ausdrücklich ermutigen, diesen Weg weiter zu beschreiten. Ich möchte weiterhin andere ermutigen, diesem Beispiel zu folgen. Je mehr Auswahl zur Verfügung steht, desto besser ist dies für alle!

Und falls jetzt jemand von Apple diese Zeilen liest und daran denkt, mir ein Weihnachtsgeschenk machen zu wollen, so seien Sie versichert, dass ich diese Geste dankbar zur Kenntnis nehmen und auch eine positive Rezension auf meinem Blog veröffentlichen würde. 🙂