Im Test. Zagg Slim Book fürs iPad Mini

Vor zwei Wochen stieß ich auf diese Rezension von Kay des Zagg Slim Book für das iPad Mini. Seine sehr positive Rezension machte mich neugierig, und Anfang der Woche konnte ich endlich selbst ein Exemplar dieser iPad-Hülle mit Tastatur in Händen halten und begutachten.

Das Slim Book ist eine Kombination aus Tastatur und Schale fürs iPad. Zugeklappt erinnert sie mich sehr an einen dieser alten Asus EEE PCs, wie sie gegen Ende des letzten Jahrzehnts die Ära der Netbooks und Subnotebooks einleiteten. Es ist sehr kompakt und wiegt mit dem iPad Mini 2 mit Wifi und Mobilfunk 712 g.

Die Modi

Das Slim Book kann in vier Modi betrieben werden:

  1. Im Tastatur-Modus ist es mit dem iPad eine klassische Kombination. Das iPad steht im Querformat hinten an der Tastatur.
  2. Im Tablet-Modus wird die Schale, in der das iPad sitzt, einfach von der Tastatur abgenommen. Starke Magneten halten die beiden Teile zusammen, aber für den Tablet-Modus ist die Schale trotzdem schnell  abgenommen.
  3. Im Buchmodus wird die Schale des iPads umgekehrt an die Magnethalterung geklippt und über die Tastatur geklappt. Der Schließmechanismus funktioniert also auch, wenn das iPad mit der Schale auf dem Rücken liegt.
  4. Der Video-Modus schließlich ist der Buchmodus mit hochgeklapptem iPad. Es steht dann aufrecht, die Tastatur befindet sich an der Rückseite, und als Sehender hat man einen freien Blick auf den Bildschirm ohne Ablenkung durch die Tastatur.

In jedem Modus außer dem Tablet-Modus sind beide Teile also mechanisch aneinander gekoppelt, und es fliegt nichts in der Gegend herum. Und hält man das iPad samt Schale in der Hand, um es als Tablet zu benutzen, bleibt die Tastatur einfach auf dem Tisch liegen.

Aufbau und Handhabung

Die Schale ist sehr robust. Damit wurde einer der wesentlichen Kritikpunkte aus meinem großen iPad-Tastatur-Test behoben. Das Folio von Zagg hatte ja einen sehr wabbeligen und nicht passgenauen Rücken und fühlte sich nicht wertig an. Das ist beim Slim Book anders.

Der Schließmechanismus hält iPad und Tastatur sehr gut zusammen, so dass man beim Transport nicht befürchten muss, dass sie sich voneinander lösen.

Die Tastatur selbst hat ein fast vollwertiges deutsches Tastaturlayout. Die Tasten für ä und ü sind etwas schmaler als die sonstigen Buchstabentasten. Die Taste für das <- bzw. >-Zeichen fehlt und wird über FN+Bindestrich-Taste ausgelöst. Genauso fehlt die Taste für das Hütchen- bzw. doppelte Accent-Zeichen. Diese wird mit FN+Zifferntaste 1 simuliert. Alles ist natürlich dem iPad Mini entsprechend etwas schmaler und steht dicht zusammen. Aber die Tasten sind so angeordnet, dass für mich ein flüssiges Schreiben, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung (siehe unten), möglich ist. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Und die Konstruktion erlaubt sogar eine getrennte Leiste von Funktionstasten oberhalb der Zifferntasten. Die Funktionen sind üblich Home, Sperren, Siri, Bildschirmtastatur einblenden, Wiedergabesteuerung, Stumm, Lautstärkeregelung, und auch die Power- und Bluetooth-Tasten sind in die Leiste der Funktionstasten oben rechts integriert.

Nach einer Woche musste ich jedoch feststellen, dass trotz gut erfolgter Eingewöhnung kein wirklich flüssiges Schreiben möglich war. Das Hauptproblem sind Tastendrücke, die nicht angenommen werden. Vornehmlich betrifft dies Wörter mit doppelten Buchstaben, es fehlen aber auch gern mal andere Buchstaben. Dies wurde in einem großen Tastaturtest Im Heft 1/2015 der Zeitschrift Mac & i bei einem Vorgängermodell ebenfalls bemängelt und scheint ein grundsätzliches Problem dieser Tastatur fürs iPad Mini zu sein, gerade für Schnellschreiber. Von keiner anderen Tastatur egal für welches iPad oder MacBook kenne ich dieses Problem.

Der Akku wird wie üblich per Mikro-USB-Kabel aufgeladen und soll lange halten. Schaltet man die Tastatur nicht aus und klappt das iPad zu, wird die Tastatur schlafen geschickt und wacht nach dem Aufklappen auf Tastendruck wieder auf.

Fazit

Ich kann Kay insofern zustimmen, dass dies mit Abstand die beste Tastatur fürs iPad Mini ist, die ich bisher unter den Fingern gehabt habe. In Kombination bietet das Slim Book einen robusten Rundumschutz für Tastatur und iPad. Wer es gern lieber bebildert hat, ist herzlich eingeladen, Kays Post zu lesen. Dort gibt es Fotos. 🙂

Jedoch bedeutet das oben geschilderte Problem für mich, dass die Tastatur für meinen Zweck nicht geeignet ist. Die fehlenden Buchstaben, die ich in der Regel durchs Tastaturecho „Wörter“ bei VoiceOver sofort höre, unterbrechen meinen Schreibfluss und zwingen mich zur sofortigen Korrektur. Alternativ bedeuten sie im Nachhinein einen erheblichen Korrekturaufwand. Insofern ist für mich mit dieser Tastatur trotz allen sonstigen Gefallens kein produktives Arbeiten möglich.

Das Slim Book git es auch für das iPad Air und iPad Air 2.

Meine Rückkehr zu Windows wurde rückgängig gemacht – schon vor einiger zeit

Im Februar 2014 schrieb ich einen Beitrag über meine Gründe, zu Windows zurückzukehren. Seitdem ist einiges passiert, und da ich gern Themen aufgreife bzw. aktualisiere, die ich im Blog angeschrieben habe, ist es nun mal Zeit für ein Update.

Nach meiner Entscheidung kaufte ich mir ein Lenovo-Notebook mit allen möglichen Extras. Hochgezüchteter 4-Kern-Prozessor, viel Speicher, eine SSD usw. usf. Dieser Laptop schaffte es, seine Windows-Vorinstallation nach zwei Monaten komplett zu Schrott zu fahren.

Da auch die Recovery-Partition nicht funktionierte, musste ich mir ein Microsoft-ISO von Windows 8.1 besorgen und dieses aufspielen. Es folgte ein Marathon an zusätzlichen Treiberinstallationen. Dabei brauchte ich sehende Hilfe, weil – oh Wunder! – die Soundkarte natürlich auch nicht von Haus aus funktionierte, sondern ihren eigenen Treiber benötigte.

Diese zweite Installation hielt zwar etwas länger, wurde mit der Zeit aber auch immer langsamer und langsamer und laaaaangsaaaaaaameeeeeer. Dabei hatte ich übliche Verdächtige schon längst abgeschaltet wie z. B. das Defragmentieren, das man auf einer SSD nicht benötigt. Indiziert wurde auch nichts. Ich machte auch nichts Wildes mit dem System, also keine ausgefallenen Installationen, es hatte sich keine Schadsoftware drauf verirrt usw. Das Notebook, das den Namen Schlepptop durchaus verdient, schmiss alle zwei Minuten seinen Lüfter an. Das Plastikgehäuse wurde regelmäßig dermaßen warm, obwohl ich nicht mehr tat als mal ein bisschen E-Mails zu lesen oder im Web zu surfen. Und ich hatte nicht mal Flash installiert! Drei verschiedene Twitter-Clients schrotteten in Wochenabständen ihre Datenbanken aus völlig unerklärlichen Gründen. Ich probierte drei aus, werde aber keine Namen nennen.

Anfang Oktober war ich dann dermaßen genervt, dass ich das Notebook jungfräulich aufsetzte und zum Verkauf darbot. Ich kehrte zu meinem macBook Air zurück, auf dem inzwischen die öffentliche Beta-Version von OS X Yosemite lief. Wie wir wissen, waren die ersten Releases dieser Version jedoch absolut unbrauchbar für diejenigen, die auf VoiceOver angewiesen waren. Ich installierte Windows 8.1 also in einer Bootcamp-Partition und nutzte dies noch ca. zwei Monate täglich.

Im Januar verkaufte ich dann endlich das Lenovo-Notebook, zu einem Preis, der um ca. 70% unter dem lag, was ich dafür bezahlt hatte. Und das bei Hardware, die nicht mal ein Jahr alt war! Es war der dritte oder vierte Verkaufsversuch über eBay, der dann endlich fruchtete.

Zur gleichen Zeit erschien OS X Yosemite 10.10.2, das wesentliche Bug Fixes für VoiceOver und andere Systembereiche enthielt. Ich schmiss die Bootcamp-Partition vom System, installierte Windows in einer VMware Fusion VM (für alle Fälle), und kehrte zu OS X zurück.

Mail ist immer noch nicht wirklich schön, vor allem wenn man Konversationen lesen will. Entweder gibt es keine, oder ich habe sie noch nicht gefunden, jedenfalls fehlt mir eine Möglichkeit, schnell von einer Mail zur nächsten zu wechseln, wenn ich in der Konversationsansicht bin. Zur Zeit muss ich immer zwei Schichten VoiceOver-Interaktion stoppen und in der nächsten (bzw. vorigen, weil man ja nach links zur nächst neueren geht) Mail wieder zweimal zu interagieren, um den Mailtext lesen zu können.

Safari und Chrome sind beide zum Surfen OK, Firefox ist noch nicht soweit. Das liegt aber am Accessibility-Team bei Mozilla, von dem ich ein Teil bin, nicht an OS X.

Pages hat in dem einen Jahr ziemlich dazugelernt und ist zugänglicher geworden, und sogar Microsoft macht Office 2016 für Mac jetzt zugänglich.

Der Twitter-Client meiner Wahl, Yourufukurou, ist um Längen besser als die drei, die ich unter Windows ausprobiert habe. Und auch sonst sind meine Software-Bedürfnisse gedeckt. Das geht sogar soweit, dass ich mir Anfang April nach fast drei Jahren einen Refresh des MacBook Air 11 Zoll gegönnt habe und meine beiden Vorgängermodelle, das 2011er und 2012er zusammen zu einem Preis verkauft habe, der fast 2/3 des Neupreises für dieses 2015er Modell entsprach.

Soweit also ein Update zu diesem Thema! 🙂