Experiment „Umstieg auf Android“ – Teil 4: Das Ergebnis

13 Tage lang ist das Nexus 4 jetzt in meinem Besitz. Und ich habe in diesen 13 Tagen versucht, all das zu tun und einen ähnlichen Grad der Produktivität zu erreichen wie auf meinem iPhone. Dies alles natürlich in der Hauptsache mit dem Augenmerk auf die Zugänglichkeit für mich und andere Blinde. Hier folgen jetzt nochmals die wichtigsten Punkte und am Ende das Ergebnis meines Versuchs.

Die Hardware

An der Hardware des Nexus 4 ist kaum etwas auszusetzen. Es liegt gut in der Hand, fühlt sich stabil an und hat auch einen Akku, der nach meinem Empfinden und meinem Nutzerverhalten adäquat lang durchhält.

Einziges großes Manko, welches ich in dieser letzten Woche entdeckte, ist die stark eingeschränkte Unterstützung des 802.11N-Standards im 5-GHZ-Band. Wie ich feststellen musste, kann weder das Nexus 4 noch das ältere Galaxy Nexus, mit dem ich Firefox für Android auch teste, sich z. B. mit einer auf Kanal 100 funkenden Basisstation verbinden. Sie wird einfach nicht gefunden. Das HTC One der Herzdame hat hingegen keinerlei Probleme, sich zu verbinden.

Auch ansonsten scheint der WLAN-Support in Android 4.2.x in Verbindung mit dem Nexus 4 eine wackelige Angelegenheit zu sein, wie man z. B. in diesem Ticket im Android-Projekt nachlesen kann. Ich hatte seit ein paar Tagen mit miserablen Downloadgeschwindigkeiten oder sogar Abbrüchen zu kämpfen, die andere Geräte im gleichen WLAN nicht hatten. Nach einigem herumspielen und dem Löschen und Neuanlegen der AccessPoint-Verbindung waren diese dann zumindest vorübergehend behoben. Da es schon mal rund lief, steht zu befürchten, dass sich Android wieder verschluckt und das Spiel von vorn losgeht. Eine solche Unzuverlässigkeit kenne ich von meinem iPhone her nicht.

Beim Telefonieren klingt sowohl die Stimme aus dem Lautsprecher als auch meine Stimme recht dumpf. Mein bester Freund, der eine Hörschädigung hat, versteht mich mit dem Nexus 4 deutlich schlechter als mit anderen handys. Und auch ich habe den Eindruck, dass der Sound beim normalen Telefonieren sehr muffelig klingt.

Der Lautsprecher auf der Rückseite ist recht kläglich, fällt definitiv auch hinter den des iPhones zurück. Außerdem verdeckt er sehr leicht, wenn man das Nexus auf eine Oberfläche legt. Die Sprachausgabe ist dann kaum noch zu verstehen.

Die Grundfunktionen

Ja, ich kann mit dem Nexus 4 telefonieren. Ich kann auch mit der Kontakte-App arbeiten und daraus Nummern anrufen. Ich kann auch SMS senden und empfangen.

Aber ein Smartphone kann ja noch viel mehr Grundsätzliches. So habe ich Schwierigkeiten mit dem Kalender, der immer noch nicht richtig funktioniert. Es werden viele Dinge einfach nicht gesprochen, die bei iOS selbstverständlich funktionieren. Und trotz intensiver Forschung und Nachfragen in der Eyes-Free Community wurde mir keine gute Alternative unterbreitet.

Ich mache mit dem Smartphone seit Jahren erfolgreich Fotos. Ich verarbeite sie nicht kommerziell, aber die Fähigkeit hat mir schon in vielen Lebenslagen weitergeholfen, und sei es nur, dass ich das Foto mit der Frage „was steht da drauf?“ o. ä. in ein soziales Netzwerk gepostet habe. Fotos machen kann ich mit dem Nexus 4 auch. Auf sie zugreifen jedoch nicht. Die Gallerie ist komplett nicht zugänglich. Wie im 3. Teil schon erwähnt, ist dies unter iOS seit jeher ein Selbstgänger.

Auch beim Machen von Fotos gibt es deutliche Einschränkungen. So sagt mir die Kamera-App auf dem Nexus 4 nicht an, ob die Kamera sich focussiert hat. ich kann hinterher nicht feststellen, ob das Bild im Hoch- oder Querformat aufgenommen wurde. Fotografiere ich eine Person, sagt mir VoiceOver an, wenn die Kamera-App ein Gesicht erkannt hat, wo sich dieses im Bildausschnitt befindet, so dass ich das iPhone zentrieren und so eine gute Aufnahme des Gesichts der Person hinbekommen kann. Bei Panoramaaufnahmen werden mir nicht die Richtung und die Geschwindigkeit angesagt, wie ich das Telefon halten und mich dabei drehen soll. VoiceOver auf dem iPhone 4S und 5 gibt Anweisungen wie „höher“, „tiefer“, „langsamer drehen“ oder „schneller drehen“. So sind schon sehr schöne Panoramen entstanden, die ich mit dem Android so nicht hinbekommen habe.

Karten und GPS sind gar nicht bis sehr mangelhaft unterstützt. Es gibt zwar eine Richtungsansage ähnlich wie beim geführten Fahren in einem Fahrzeug, aber dies funktioniert längst nicht so zuverlässig wie mit der Karten-App von iOS 6 oder Alternativen wie Ariadne. Auch wer schon mal in einer dieser Apps die Umgebung mit dem Finger erforscht hat, wird sich schwer tun, diese Unabhängigkeit und diesen Zugriff wieder freiwillig aus der Hand zu geben. Nichts von dem ist unter Android möglich, und GPS-Lösungen für Blinde sind unter Android im Moment noch auf dem Stand von Forschungsprojekten im Anfangsstadium in Universitäten, also längst nicht marktreif.

Apps & Co.

Ergänzend zu den in Teil 2 und Teil 3 beschriebenen Erfolgen und Problemen bei Apps und der Tastatur haben sich noch folgende neue Erkenntnisse ergeben:

Ein Versuch, mit dem ABBYY TextGrabber für Android ein brauchbares Texterkennungsergebnis hinzubekommen, schlug komplett fehl. Mit dem iPhone hatte ich in wenigen Schritten ein Ergebnis, das mich zumindest erfassen ließ, was in dem von mir gescannten Schreiben stand. Die Qualität war nicht so gut wie unter einer Desktop-OCR, aber brauchbar genug. Unter Android konnte ich zwar ein Bild machen, aber nicht kontrollieren, ob das Schriftstück im Hoch- oder Querformat erfasst wurde. Die Hälfte der Versuche schlug mit der Fehlermeldung fehl, dass die Vorlage zu schlecht und eine Erkennung daher nicht möglich wäre. Die restlichen 50% lieferte die Erkennung völlig unbrauchbare Ergebnisse.

Ich nutze auf dem iPhone den LookTel Money Reader, eine App zum Erkennen von Geldscheinen vieler verschiedener Währungen. Gerade US-amerikanisches und kanadisches Geld zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Größenunterschiede zwischen einer 1-Dollar- und einer 100-Dollar-Note gibt. Diese App funktionierte bisher zu 100% zuverlässig, egal welche Währung ich ihr vor die Kamera hielt. Unter Android gibt es von Ideal Accessibility einen Currency Recognizer, der lediglich US-amerikanische Geldscheine erkennen kann. Eine andere Lösung habe ich auch nach längerer Suche nicht finden können. Damit ist dieses Problem für mich unter Android nicht lösbar, da ich oft genug in Kanada bin und diese Funktion für mich daher unverzichtbar ist.

Das leidige Thema scrollen

Ja, ich muss darauf nochmals zurückkommen, da dies für mich ein extrem wichtiger Punkt ist. Selbst mit den Gesten zum seitenweisen Scrollen bin ich in Apps wie einem Twitter- oder App.net-Client deutlich weniger effizient als unter den Entsprechungen unter iOS. Selbst mit dem alternativen Screen Reader Spiel, der das Scrollen beim Wischen in manchen Apps unterstützt, geht dies nicht viel besser, weil Spiel diese Funktionalität nicht in allen Apps anbieten kann. Hinzu kommt, dass ich TalkBack nicht allein aus- und Spiel einschalten kann. Denn die Geste zum Starten der Sprachausgabe kann nur TalkBack starten. Sobald es aus ist, muss ein sehender Spiel für mich starten. Das ist eine inakzeptable Lösung! Dies ist ein absoluter Produktivitätskiller.

Auf Spiel als dauerhafte TalkBack-Alternative umzusteigen ist auch keine Lösung, da dieser noch weniger Möglichkeiten zum Editieren von Text bietet als TalkBack und außerdem keine Sounds bei der Navigation abspielt. Gerade beim Erforschen des Bildschirms irritiert mich das zu sehr als dass ich auf Dauer flüssig damit arbeiten könnte.

Fazit

Android ist in der aktuellen Version für mich weiterhin keine Alternative zum iPhone im Produktiveinsatz. Es fehlen einfach zu viele Dinge, die unter iOS selbstverständlich sind wie der umfassende Zugriff auf eBooks (siehe Teil 3), das zuverlässige Erstellen und das Verwalten von Bildern und Videos, Kartennavigation und Fußgängerunterstützung, vernünftige Eingabe von Umlauten (siehe Teil 3), und die doch sehr weit verbreiteten fehlenden Texte für nur bebilderte Buttons in Benutzeroberflächen sind zu große Hinderungsgründe. Auch die Tatsache, dass ich den DB-Navigator nicht benutzen kann, weil die Datumseingabe nicht funktioniert, ist ein absoluter K.O.-Faktor.

Ich bleibe also auch in Zukunft iPhone-User. Ich werde das Nexus 4 aber aller Wahrscheinlichkeit nach behalten, um zeitnah neue Entwicklungen bei Android 5.0 ausprobieren zu können. Ich werde zu gegebener Zeit auch darauf eingehen, was sich gegenüber 4.2.x verbessert haben wird.

Die gesamte Benutzeroberfläche von Android hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und viel weniger den Bastelcharakter, der Android früher anheftete. Im Bereich der Zugänglichkeit jedoch macht das alles einen sehr akademischen Eindruck: Es geht im Prinzip bzw. in der Theorie, in der Praxis fehlen aber viele Dinge, die „ein Blinder ja wahrscheinlich eh nicht braucht“. Unter iOS ist der Ansatz ein anderer: Hier ist ein Feature, und alle sollen es nutzen können. Bestes Beispiel sind die schon beschriebenen Features in der Kamera-App, die selbstverständlich auch für blinde VoiceOver-Nutzer funktionieren, weil alle anderen die Funktion ja auch nutzen können.

Hier muss sich bei Google eine grundlegende Änderung der Haltung vollziehen, um diesen Level der Inklusion zu erreichen, wie wir ihn von Apple gewohnt sind und den – und das muss man so sagen – kein anderer Hersteller bisher erreicht hat.

13 Gedanken zu „Experiment „Umstieg auf Android“ – Teil 4: Das Ergebnis“

  1. Hallo Marco,

    Deine Beiträge über das Experiment Nexus 4 sind für mich sehr interessant.
    Ich habe nämlich selber eine interessante Beobachtung bei mir gemacht.

    Ich habe mit zwei bis drei Monaten Abstand ein IPhone und ein Nexus 7 gekauft und ich hatte vorher noch nie ein Gerät mit Tuch-Screen, sodass die ganze Materie neu für mich war.

    Ich habe festgestellt, dass ich mich ans IPhone recht schnell gewohnt habe und es eigentlich gleich von Anfang an recht gern gehabt habe. Mit dem Nexus 7 hatte ich lange grosse Mühe mit der Bedienung. Ich habe mich gefragt, an was das liegen konnte, Gewöhnung ans IPhone kann es bei mir nach so kurzer Zeit, ja nicht gewesen sein, im Gegensatz zu langjähigen IPhone-Anwender, die sich manchmal schwer tun mit der Umstellung.

    Ich muss gestehen, mamchmal schalte ich Talkback einfach ab und arbeite mit meinem Sehrest, das geht in manchen Situationen einfacher.

    Petra

  2. Marco,

    Ich habe jetzt versuchshalber mal den Screen-Reader Spiel auf meinem Nexus 7 installiert.

    Aber du glaubst es ja nicht ich finde nicht heraus wie man den startet.
    Könntest du mal bitte deinem guten sehenden Geist fragen, wie man das macht wenn man sieht.

    Danke

    Petra

  3. Hallo Petra,

    ich weiß nicht, ob Spiel in der Google-Play-Version das Nexus 7 schon unterstützt. Ich glaube, die Version kann noch keine Touchscreens, wenn ich einen Tweet von einem Community-Mitglied richtig verstanden habe. Da wären also Entwickler-Snapshots eher geeignet, das hätte ich vielleicht im Blog deutlich erwähnen sollen.

    Wundere Dich also nicht, wenn es nicht gehen sollte: Eingeschaltet wird Spiel, wie TalkBack, in den Bedienungshilfen im Fenster Einstellungen. Aber sie sollten natürlich nicht beide gleichzeitig laufen. Wenn es nicht funktioniert, am besten deinstallieren und auf eine kompatible Version warten.

    1. Hallo Marco,

      Spiel gehört auf dem Nexus 7 defenetiv in die Kategorie „geht nicht“.
      ist schon wieder deinstalliert, hätte mich auch gewundert, wenn es gegangen wäre, habe es schon mal mit dem gleichen Resultat versucht.

      Petra

  4. Lieber Marco,

    ich bin durch Twitter auf diesen Post aufmerksam geworden, ohne dich oder deine Website zu kennen. Auf Grund des Titels hatte ich einen der üblichen Flame-Artikel zwischen Android und iOS-Anhängerschaft erwartet, die ich mir gelegentlich zur Belustigung durchlese. Zwar bin ich selbst überzeugter GNU/Linux und Android Nutzer, aber aus den leidenschaftlichen Kreuzzügen zwischen den beiden Glaubensrichtungen habe ich mich bisher raus gehalten, einfach weil ich schlichtweg der Meinung bin, dass jeder mit seinem Spielzeug glücklich werden soll und gut ist.

    Als Sehender muss ich zugeben, dass ich mir über den Grad der Barrierefreiheit von Smartphones und mobilen Betriebssystemen bisher keine Gedanken gemacht habe. Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass das fehlende haptische Feedback Smartphones für Blinde schwer zugänglich macht. Wie gesagt, dies ist wahrscheinlich Ausdruck der Arroganz Nichtbehinderter, die sich bisher nicht mit der Frage auseinander gesetzt haben und somit rein meine Schuld.

    Ich finde es ausgesprochen interessant, dass Apple hier einen Vorsprung im Bereich barrierefreier Technologien zu haben scheint. Vielleicht liegt es in den unterschiedlichen Firmenmentalitäten begründet oder es ist schlichtweg Ausdruck der Ignoranz seitens Google. Ich kenne zwar nicht viele Android-Devs, aber ich werde wohl in Zukunft öfter mal das Thema Barrierefreiheit ansprechen und auf die Reaktionen warte, denn die sind manchmal Aussagekräftiger als öffentliche Bekanntmachungen. Gerade bei Devs habe ich die Erfahrung gemacht, dass stetes Tropfen den Stein höhlt und vielleicht schafft es Android eines Tages die Lücke zu iOS zu schließen.

    Aber warum ich das ganze Schreibe: Danke für diesen ausgesprochen informativen Artikel, der mich stark zum Nachdenken anregte. Ich werde deinem Blog auf jedem Fall folgen.

    Liebe Grüße,

    Flo

  5. Hallo!

    Ein hochinteressanter Bericht, auf den ich durch Zufall gestossen bin! Mir war bisher nicht bewusst, dass Nichtsehende auch Möglichkeiten gefunden haben, Smartphones bzw. Tablets mit Touchscreens zu benutzen. Sprachsteuerung und spezielle Tastaturen sind mir bekannt, weil diese zum Teil auch in unserem Computerclub für die entsprechende Klientel im Einsatz sind. Werden uns von daher einmal mit diesem Thema auseinandersetzen.

    Herzliche Grüsse!

  6. Hallo,

    bei Abrrüche oder Geschwindigkeitsproblemen, hilft es manchmal die s.g. „Lease Time“ im Router runterzusetzten.

    Ganz einfach über die 192.168.2.1 im Webbrowser auf den Router gehen, ja nach Gerät dann die DHCT Funktion auswählen und am besten auf 3 Tage stellen.
    Desweiteren werden bei z.B. Telekom Geräten nur ein bereich von knapp 100IP Adressen im heimischen Netzwerk freigegeben, auch die kann man, ungestört, zwischen 192.168.2.49 bis 192.168.2.249 setzten.

    Da viele Geräte sich öfters mit dem Router verbinden, gehen dabei viele IP Adressen drauf.

    Vielleicht hilfts =)

    Gruß
    Felix

  7. Moin,

    eine sehr interessante Serie die Du da geschrieben hast, für mich der Sehen kann, war deine Art und Weise wie Du diesen „Testbericht“ geschrieben hast sehr faszinierend, da deine Prioritäten ganz anders sind als von jemandem der Sehen kann. Hat mir sehr gut gefallen, ich werde öfters hier vor bei schauen.

    Vielen Dank

    Gruß
    Thomas

  8. Vielen Dank für die ausführlichen Berichte! Abgesehen vom reinen Informationsgehalt helfen deine Texte ungemein den eigenen Blick für bestimmte Problematiken zu schärfen bzw. überhaupt ins Bewusstsein zu rücken. Ich habe nur am Rande mit a11y in mobile apps zu tun, aber auch für die Arbeit an webbasierten Applikationen kann man hier viel mitnehmen.

    ps: Könnte (falls zugänglich) evtl. Goggles helfen Geldscheine zu erkennen? https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.unveil

    Grüße
    Felix

  9. Hallo Marco,

    erneut vielen Dank für deinen tollen Bericht!
    Ich habe mal bezüglich Android eine Frage, evtl. kannst du sie ja beantworten.

    Ich habe, wie glaube ich schonmal erwähnt, durch einen Vertragswechsel ein Samsung Galaxy S3 erhalten.
    Die eigene Oberfläche von Samsung war überraschend sehr gut zugänglich. Es wurde eigentlich alles vorgelesen, Talkback lief stabil und flüssig, einzig die Gestenerkennung war noch nicht ganz optimal, derzeit läuft auf dem S3 Android 4.1.x

    Ich wollte mir einmal das (zumindestens fast) originale Android anschauen, und habe gemeinsam mit einem Kollegen auf dem S3 CyanogenMod 10.1 installiert. Das ist das aktuellste Android 4.2.x.
    Soweit läuft auch alles prima. Die Gestenerkennung ist spührbar besser geworden. Es gibt zwar hier und dort ein paar unbenannte Bilder, was wohl der CyanogenMod-Version geschuldet ist. Unter Samsung waren zumindestens alle Schalter vorbildungsmäßig beschriftet. Ich denke, bei einem Nexusgerät ist das ebenfalls so.
    Allerdings gibt es ein Manko unter CyanogenMod mit 4.2.x: Auf den Homescreens wird von Talkback die untere Leiste mit den Icons der fünf Apps nicht angesagt (Telefon, Kontakte, Apps, Internet, SMS/MMS). Man hört zwar von den Soundhinweisen prima, wenn man die Icons wechselt, jeweils ein „Pling“, allerdings bleibt dabei Talkback völlig stumm.

    Hast du eine Ahnung, an was das liegen könnte?
    Haben hier evtl. die Icons keinen Label erhalten?
    Hast du eine Idee, an was das liegen, bzw. wie man das beheben könnte?

    Gibt es evtl. eine App, die den Dock austauscht? – Weißt du da zufällig etwas, bzw. könntest du da etwas in Erfahrung bringen?

    So würde ich fast sagen, dass es mehr Sinn macht, die eigene Oberfläche von Samsung zu benutzen, da sie wirklich von der Beschriftung her und Zugänglichkeit mir einen Ticken besser erscheint, als CyanogenMod 4.2.x. Mal die Gestensteuerung von Talkback ausgeklammert.

    Gibt es denn eine zentrale Anlaufstelle, bei der man sich rund um Talkback informieren kann, ähnlich wie es bei der Apple-Freunde-Mailingliste der fall ist?
    (Kontakt zu den Entwicklern, Community, Forum, etc.)

    Freue mich auf deine Antwort!

    Liebe Grüße
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,

      Das Problem mit den nicht gesprochenen dock Icons besteht seit einer bestimmten Änderung in Trebuchet, dem in Cyanogenmod enthaltenen Launcher. Sobald ich den schuldigen Patch ausfindig gemacht habe, werde ich das problem an die Cyanogenmod-Entwickler melden. Mich persönlich stört das problem nicht all zu sehr, da das Dock ja nur 5 Icons enthält, die bekomme ich grade noch auswendig hin. 🙂 Trotzdem ist das Problem natürlich störend und sollte behoben werden. In älteren Versionen des Launchers (zumindest für Android 4.1) wurden die dock Icons noch vorgelesen, notfalls könntest Du also auch übergangsweise den Launcher auf eine Version von spätestens anfang august 2012 downgraden.

      Viele Grüße

      Henning

  10. Hallo Sebastian,

    tja, das ist tatsächlich ein problem von CM 10.1, beim Google-Android sind die Dock-Icons wunderbar beschriftet. Da kann man auch von außen nichts machen außer sich im Forum der XDA Developers beschweren. Eine Austauschmöglichkeit ist mir nicht bekannt, ich musste mich darum aber auch nie kümmern, weil es mit meinem nexus 4 ja läuft.

    Eine zentrale Anlaufstelle kenne ich auch nur die Eyes-Free-Mailingliste auf englisch, deutschsprachig ist mir nichts vergleichbares bekannt.

  11. Hallo,

    Mittlerweile wird auf Mailinglisten bei Fragen zur Zugänglichkeit von Android häufig auf dieses Blog verwiesen (hauptsächlich von überzeugten Iphone-Usern), daher möchte ich einfach mal erwähnen, daß ich jetzt seit über drei Jahren ausschließlich ein Android-Smartphone verwende und damit durchaus sehr produktiv arbeiten kann – und ja, ich kenne auch die IOS-Welt, in form meines Ipod touch 4g. Ich verwende sowohl den „unzureichend bedienbaren“ Kalender als auch den „Showstopper“ DB Navigator. Zugegeben, die derzeit unbedienbare Datumsauswahl ist ärgerlich und das Problem besteht erst, seit die app nicht mehr den Standard-Datepicker verwendet, sondern ein mega fancy custom-Widget. Ich hab das Problem schon an die Entwickler gemeldet, jedoch bislang noch keine rückmeldung erhalten, hoffentlich tut sich da noch was.

    @Marco, Was das thema Geldscheinerkennung angeht, hast du schon Darwin Wallet
    ausprobiert?

    Beschreibung aus dem Store:
    Darwin Wallet enables blind and visually impaired users to quickly
    recognize paper money. It uses the phone’s camera to detect currency
    denominations for US, UK, Canadian, European Union, and Australian
    bills. Simply hold the bill in front of the phone’s camera and the app
    will speak its value.

    Darwin Wallet is an open source app published under the GPL. If you are
    a developer, get involved! The source code is on GitHub:
    https://github.com/matthill/darwinwallet

Was denkst Du darüber?