Artikel-Schlagworte: „Barrierefreiheit“

WordPress aktualisiert

Samstag, 19. Juli 2008

Soeben habe ich dieses Blog auf WordPress 2.6 aktualisiert. Sollte es irgendwelche Probleme geben, bitte am besten hier kommentieren!

WordPress bringt neben den allseits bekannt gemachten Features wie der Versionierung von Artikeln auch einige Verbesserungen in Puncto Barrierefreiheit mit sich. So wurden durchgehend Labels zu den verschiedenen Eingabefeldern, Ausklapplisten und anderen Elementen hinzugefügt, so dass jetzt aucScreen Reader, die keine eigene Label-Erkennung durchführen, mit WordPress wesentlich besser klarkommen sollten. Sollte jedoch irgendwo ein Label durchgerutscht sein und ihr dies bemerken, am besten einfach hier melden! Ich gebe dies dann an die WordPress-Entwickler weiter.

Weiterhin werden WordPress-Blogs jetzt standardmäßig immer mit einer Dokumentsprache (lang-Attribut) ausgestattet. Englische Blogs, die mit WordPress 2.6 laufen, werden so auch standardmäßig von Screen Readern, die die automatische Spracherkennung unterstützen, mit einer englischen Sprachausgabenstimme vorgelesen.

Eine weitere Neuerung ist, dass das WordPress-Team sich entschieden hat, einige erste Markups des Standardvorschlages Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) zu implementieren. Die Folge ist, dass im Standard-Theme, welches auch dieses Blog verwendet, und hoffentlich auch bald in vielen anderen WordPress-Themes beim Kommentieren von Blogeinträgen benötigte Eingabefelder nicht nur in der Beschriftung wie “*” oder “erforderlich” gekennzeichnet werden, sondern mit Unterstützung z. B. des Firefox 3 und JAWS 9.0 oder NVDA 0.6p1 das Eingabefeld selbst als “erforderlich” gesprochen bzw. anderweitig angezeigt wird. Dies geschieht durch das Attribut aria-required, welches in diesen Eingabefeldern gesetzt und dessen Wert auf”true” steht.

Dies hat die beim W3C bekannte Folge, dass solche WordPress-Seiten nicht mehr gegen XHTML 1.0 validieren. Das WordPress-Team hat sich jedoch gegen eine Validierung gegen diesen inzwischen 9 Jahre alten Standard, sondern für den Fortschritt in der Barrierefreiheit entschieden.

Also, wenn ihr Firefox 3 verwendet und einen der kompatiblen Screen Reader, probiert’s doch einfach mal aus, wie das Formular zum Kommentieren jetzt mit euch spricht!

Erscheinungstermin für Firefox 3.0 steht fest!

Donnerstag, 12. Juni 2008

Der Erscheinungstermin der finalen Version 3.0 von Firefox steht nun fest! Wie der englischsprachigen Ankündigung zu entnehmen ist, wird Firefox 3.0 am kommenden Dienstag, den 17. Juni, veröffentlicht. Wenn Du Interesse hast, beim Aufstellen eines Weltrekords mitzuhelfen, dann besuche diese Seite. Das Ziel ist, den Firefox 3.0 zur am meisten gedownloadeten Software innerhalb von 24 Stunden zu machen.

Bei dieser Ankündigung stelle ich fest, dass ich genauso aufgeregt bin wie diejenigen im Team, die schon dabei waren, bevor die Arbeit am Firefox 3 losging. Ich bin erst seit Dezember 2007 Teil des Teams und habe einige Monate zuvor als Mitglied der Community mitgeholfen. Firefox 3 ist ein echt spannendes Release: Eine komplette Plattform (Linux) wird von der Barrierefreiheit her das erste Mal unterstützt, unter Windows wurden erhebliche Verbesserungen vorgenommen, und auch ansonsten ist das Release mit so vielen tollen neuen Funktionen bestückt, dass dies ein unbedingtes Muss für jeden Firefox-Fan sein sollte! :-)

Sobald der Firefox 3 zum Download bereitsteht, werde ich dies hier ankündigen!

Laute Gedanken eines Busfahrers

Samstag, 10. Mai 2008

Als ich am Freitagabend von der SightCity zurückkehrte, fuhr ich mit dem letzten Bus der Linie 120 vom Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Geesthacht. Der Bus war gesteckt voll mit Familien auf dem Nachhauseweg, Pfingsttouristen auf dem Weg zum Hotel in der Nähe der Haltestelle Billhorner Mühlenweg, und Leuten mit viel Gepäck wie mir.

Kurz hinter der Haltestelle U-Bahn Steinstraße nahm der Busfahrer beherzt das Mikro zur hand und meinte in einem sehr jovialen Plauderton:

Hier mal ein paar Gedanken Ihres Busfahrers zu Theorie und Praxis: In der Theorie besteht seit dem 01.01.2008 in der EU ein Gesetz, das mir erlaubt, entweder einen Rollstuhlfahrer und einen Kinderwagen, oder alternativ zwei Kinderwagen mitzunehmen.

Ein Blick in den Rückspiegel, eine Kunstpause, dann:

Wie gesagt, in der Theorie…

In der Praxis standen im Raum der Mitteltür drei Kinderwagen. Außer dem zu erwartenden allgemeinen Platzproblem bei der Zusammenstellung der Fahrgäste bestand jedoch kein Anlass zur Sorge: die drei Kinderwagen standen so geschickt, dass sie sich gegenseitig beim unkontrollierten Rollen durch den Fahrgastraum behinderten, und sie ließen noch Platz zum Aussteigen.

Neben mir stand ein gemütlicher älterer Rheinländer, der nur ganz trocken meinte: “Da hat wohl ein Bürokrat in Brüssel beim Gang zum stillen Örtchen einen genialen Einfall gehabt. Das ist also eine Klohaus-Vorschrift.”

Ich frage mich dabei wirklich: Wer denkt sich so etwas aus? Oder um’s mit Wänääs Worten zu sagen: Tuddat not? Dass zwei Rollstuhlfahrer zusammen unterwegs sein können, scheint den Herren in Brüssel anscheinend völlig abzugehen. Erwarten sie ernsthaft, dass in einer solchen Konstellation einer draußen bleibt und vielleicht eine Stunde auf den nächsten Bus warten muss? Das finde ich fast noch schlimmer als die Company’s Policy. Gegen die kann man sich wenigstens wehren, gegen die Spinnereien mancher Brüsseler Bürokraten ja eher weniger.

Impressionen der Fachtagung “Einfach für Alle – Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet”

Samstag, 10. Mai 2008

Am 06.05.2008 nahm ich an der Fachtagung der Aktion Mensch “Einfach für Alle – Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet” teil. Die Aktion Mensch hatte mich als Experten für den Workshop 8: Web-Anwendungen – die Software im Browser eingeladen.

Nachdem wir Experten unsere Thesen vorgetragen und erläutert hatten, geriet der Workshop ziemlich schnell zu einer Frage- und Antwort-Stunde zwischen den anwesenden Webentwicklern im Publikum und uns. Es gab jede Menge Fragen zu ARIA (Accessible Rich Internet Applications) und deren Auswirkungen sowohl auf Browser- und Screenreader-Kombinationen, die es bereits unterstützen, als auch auf solche, die dies noch nicht tun. Sowohl Dr. Carlos Velasco als auch ich konnten deutlich machen, dass ARIA bereits heute angewandt werden kann, ja sogar sollte, um Web-2.0-Anwendungen barrierefreier zu gestalten. In Browsern, die dies noch nicht unterstützen, führt dies zu keinerlei nachteilen bei der Darstellung. Browser, die ARIA jedoch bereits unterstützen, wie der in Bälde erscheinende Firefox 3.0, können jedoch schon jetzt Vorteile daraus ziehen und entsprechend angereicherte/vervollständigte Informationen an die Screenreader weitergeben. Sobald andere Browserhersteller wie Opera und Microsoft nachziehen, werden solche Anwendungen automatisch barrierefreier, wenn diese Browser in den dann aktualisierten Versionen zum Einsatz kommen.

Es wurde weiterhin deutlich, dass es sowohl Web-2.0-Anwendungen wie gmail gibt, die von z. B. Blinden sehr aktiv genutzt werden, als auch solche, die noch echte Schwierigkeiten bereiten, wie Google Docs.

Einigkeit bestand darin, dass das Argument Barrierefreiheit nicht herangezogen werden sollte, um z. B. den Einsatz von javaScript oder Ajax zu unterlassen.

Und obwohl der Workshop zwischenzeitlich zu einer Frage- und Antwortstunde mutierte, schaffte es der Moderator Jo Bager, Redaktuer bei der C’T, am Ende doch, einige zusammenfassende Stichworte und vorausschauende Statements zu erarbeiten.

An jenem Vormittag besuchte ich einen weiteren Workshop als Publikumsteilnehmer: Zugänglichkeit und Mobilität. Dieser Workshop” wurde von Martin ladstätter, Journalist und Redakteur bei BIZEPS – Zentrum für selbstbestimmtes Leben in Wien, geleitet. Als Experte erschien lediglich Herr Jochen Hahnen, Mitarbeiter im Kompetenzzentrum Kooperationssysteme des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik. Der zweite angekündigte Experte, ein Herr Weber von der Fa. Microsoft, erschien nicht.

Herr Hahnen stellte eine Anwendung vor, die es mit Hilfe eines geeigneten handys ermöglicht, eine Wegstrecke in Form von GPS-Daten aufzuzeichnen und diese dann in ein dafür vorgesehenes Webportal hochzuladen. Die Zielgruppe besteht laut Herrn Hahnen aus Sportlern, die dieses Portal dazu nutzen können, sich im Vergleich zu anderen, die dieselbe Strecke laufen oder mit dem Rad abfahren, zu messen oder eine eigene Leistungskurve zu erstellen. Das Konzept der Anwendung und deren Möglichkeiten für Behinderte war für mich und viele andere Teilnehmer sofort klar ersichtlich: Auch Blinde und Rollstuhlfahrer könnten dieses System nutzen, um Mobilitätshilfen für bestimmte Streckenabschnitte zu geben. Es könnten Hinweise eingeflochten werden wie “hier befindet sich eine barrierefreie U-Bahn-Station” oder “hier befindet sich eine Wanderbaustelle”.

Könnten, denn die Anwendung ist zur Zeit nicht barrierefrei nutzbar. Auch ist momentan fraglich, ob die Handyanwendung in Bälde für Blinde nutzbar wird: Sie läuft zur Zeit nur auf Windows Mobile und soll laut Aussage von Herrn Hahnen zu Beginn des nächsten Jahres auf Java portiert werden, um dann auch auf Nokia-Handys lauffähig zu sein. Der geneigte Leser erkennt aber sofort: Java-Anwendungen und die Symbian-Screenreader Talks und MobileSpeak sind nicht gerade bekannt dafür, die dicksten Freunde zu sein.

Da Herr Hahnen von vornherein erklärte, dass die eigentliche Zielgruppe Sportler sind, ist zumindest von hierher begründbar, warum auf die Barrierefreiheit sowohl des Webportals als auch der Handyanwendung kein besonderer Wert gelegt wurde. Ein Blinder joggt ja nicht allein, also kann auch das Handy von der sehenden Begleitung bedient werden, oder?

Die Diskussion entwickelte sich zu diesem Thema sehr lebhaft und durchaus konstruktiv. So wurde deutlich gemacht, dass diese Art Anwendung eben für Behinderte ganz erheblichen Sinn machen würde. Es hängt natürlich von der Community ab, dass Daten z. B. zu Baustellen o. ä. immer aktuell sind. Aber das Web 2.0 heißt ja nicht umsonst das Mitmach-Web.

Im Rückblick erscheint mir die Wahl des Produktes zum Thema etwas unglücklich. Herr Hahnen konnte einem zwischendurch sogar schon ein bisschen leid tun, weil immer wieder auf die Tatsache hingewiesen, um nicht zu sagen, Salz in die Wunde gestreut, wurde, dass die Anwendung nicht barrierefrei ist. Mir stellt sich die Frage, ob der Workshop dazu dienen sollte, dem Fraunhofer Institut einen Anreiz zu geben, die Anwendung dahingehend zu erweitern und barrierefrei zu gestalten, dass zur Zielgruppe zukünftig auch Behinderte zählen können. Oder alternativ: Wurde sich im Vorhinein nicht hinreichend über das Produkt informiert, so dass gar nicht klar war, dass die Anwendung für den Personenkreis der Behinderten eigentlich gar nicht konzipiert ist? Diese Frage blieb der Workshop schuldig.

Den Rahmen der Veranstaltung bildeten sowohl die Vorstellung einer Studie zum Nutzerverhalten Behinderter im Web 2.0 als auch der Startschuss zum Biene-Award 2008. Was die Studie angeht, so konnte ich feststellen, dass ich voll im Trend zu liegen scheine: Ich nutze das Internet als Blinder tatsächlich viel zum Bestellen von Waren, bin kreativ im Umgehen von Barrieren, auf die ich stoße, und Captchas empfinde ich ebenfalls als lästigste Barriere, die das Web so zu bieten hat.

Weiterhin musste ich feststellen, dass die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich schon kannten und das ganze fast ein bisschen wie ein großes Familientreffen wirkte. Ich selbst kannte bis dahin nur sehr wenige Teilnehmer persönlich. Als New Kid on the Block wurde ich sehr freundlich aufgenommen.

Abschließend möchte ich noch auf einen Artikel bei Heise Online hinweisen, der eine gute Zusammenfassung der Veranstaltung und ebenfalls ein paar Links zur Veranstaltung und zum Biene-Award enthält.

Ich möchte der Aktion Mensch sehr herzlich für die Einladung danken! Es war eine sehr bereichernde Erfahrung.

Letzter Feinschliff für Firefox 3

Samstag, 26. April 2008

Entschuldigt, wenn es hier in den letzten Wochen etwas ruhig war. Ich steckte bis zum Hals in den letzten Feinschliffarbeiten für Firefox 3.0. Wir sind nun, wie man so schön sagt, aus dem Gröbsten raus, so dass ich fürs endgültige Release nur noch eventuell aufkommende Absturz-Fixes oder gravierende Mängel zu beheben erwarte.

Hier einige der sichtbaren Änderungen, die in letzter Zeit noch so erfolgt sind:

  • Bei Grafiken, die einen leeren alt-Text, also "", enthalten, jedoch auch mit einem title-Attribut versehen sind, erzeugt Firefox nun einen Namen für das Accessible der Grafik, der aus dem Inhalt des title-Attribut besteht. Bisher wäre diese Art Grafik als sogenannte dekorative Grafik gemeldet worden, weil eben der alt-Text leer ist. Während sich für JAWS und Window-Eyes-Benutzer hieraus keine Änderung ergeben dürfte, werden Anwender von NVDA und Orca die Änderung sehr wohl bemerken. JAWS und Window-Eyes haben in einem solchen Fall bisher schon selbständig nach einem title-Attribut gesucht und dieses verwendet, wenn es vorhanden war.
  • Das src-Attribut von Grafiken wird jetzt über die Attribute eines Accessibles mitveröffentlicht. NVDA muss dann nicht extra für diese Informationen auf die älteren iSimple*-Interfaces zugreifen, die ursprünglich benutzt wurden, um Informationen zu veröffentlichen, die über MSAA (Microsoft Active Accessibility) hinausgingen. Unser Ziel ist es jedoch, alle Informationen, die bisher über iSimple* zu bekommen waren, auch für IAccessible2 zur Verfügung zu stellen.
  • Bei ARIA gab es noch einige Verbesserungen, so dass bestimmte Arten von Listenfeldern und Menüs jetzt noch besser funktionieren.
  • Unter Linux funktioniert das Dialogfeld “Bibliothek” jetzt auch in den Baumtabellen richtig.
  • Durch das Auswerten eingesandter Absturzberichte konnten wir noch einige Fehler ausmerzen, die uns bis dahin nicht aufgefallen waren. Die Beta 5 von Firefox 3.0 wird anscheinend deutlich aktiver genutzt als frühere Betas, und diese Absturzberichte helfen uns wirklich, die Stabilität noch weiter zu verbessern. In diesem Zusammenhang eine Bitte: Es gibt im Dialogfeld zum Absenden eines Berichtes ein Kommentarfeld. Falls euch der Firefox abstürzen sollte, und ihr sendet einen Bericht an Mozilla, schreibt bitte einen Kommentar hinein, so dass wir einen Anhaltspunkt haben, wo euch der Absturz passiert ist. Manchmal ist es nämlich nicht ganz einfach, die Ursache für einen Absturz festzustellen, wenn man keinen Anhaltspunkt hat, auf welcher Seite sich der Berichtende befunden hat.

Einige Benutzbarkeitsverbesserungen dieser Woche

Freitag, 29. Februar 2008

Aaron leventhal, der Modulbesitzer der Barrierefrehieitsfunktionen in der Mozilla-Plattform, und ich trafen uns Anfang dieser Woche in Stuttgart, um gemeinsam an einigen Fehlern zu arbeiten, die uns die letzten Wochen, teilweise sogar Monate, begleitet haben. Als Ergebnis sind hierbei einige deutlich sichtbare Verbesserungen bei der Benutzbarkeit herausgekommen, auf die ich den geneigten Leser kurz aufmerksam machen möchte.

Ungereimtheiten beim Laden von Dokumenten

Beim Laden von Dokumenten im Firefox oder beim Laden von Nachrichten in Thunderbird gab es in den vergangenen Wochen diverse Probleme. Unter Windows kamen Nachrichten manchmal gar nicht in den virtuellen Puffer, unter Linux fehlten Ereignisse, die das vollendete Laden eines Dokumentes anzeigen, oder sie wurden nur unzuverlässig generiert, usw. Diesen ganzen Themenkomplex haben Aaron, diverse Tester und ich mit vereinten Kräften gelöst, so dass sowohl in Firefox als auch in Thunderbird jetzt unter beiden unterstützten Plattformen ein flüssigeres und zuverlässigeres Arbeiten möglich wird.

Fokus-Wechsel, der gar keiner ist

Ist euch auch schon aufgefallen, dass im Dialogfeld Add-Onss, wenn man von der Registerkarte Erweiterungen zur Registerkarte Themes wechselt, dem Screen-Reader vorgegaukelt wird, der Fokus sei gleich auf das gerade gewählte Element (also das Theme oder die Erweiterung) gewechselt, wenn man Pfeiltasten betätigt, ist man aber tatsächlich immer noch in den Registern? Dieses Problem, das ich schon seit Firefox und Thunderbird 1.5 kenne, also seit Beginn ihrer Barrierefreiheit, wurde in dieser Woche endlich behoben und kann in täglichen Builds seit dem 28.02. bewundert werden. Dies bewirkt auch, dass ein angeblicher Fokuswechsel in Thunderbird nicht mehr fälschlicherweise angesagt wird, wenn man z. B. erst im Posteingang eine Nachricht markiert, dann in den Ordner Entwürfe wechselt und später zum Posteingang zurückkehrt. Früher wurde hier gleich die markierte Nachricht vorgelesen, und der Screen-Reader glaubte, der Fokus sei tatsächlich in die Nachrichtenliste gewechselt.

Nicht aktualisierte Strukturelemente

Dies ist vor allem ein Problem in Thunderbird gewesen: Man geht auf eine Newsgroup oder einen IMAP-Ordner, er synchronisiert sich neu, der Screen-Reader kriegt davon aber gar nichts mit. Man muss erst den Fokus woanders hin und dann wieder auf die Strukturansicht zurück bewegen, um die aktualisierten Werte hören oder lesen zu können. Dies gehört seit einigen Tagen auch der Vergangenheit an: Fokusiert man jetzt einen solchen Ordner, und aktualisiert dieser die Anzahl der Nachrichten und eventuell ungelesener Nachrichten, wird dies auf der Braillezeile automatisch aktualisiert, und die Sprache sagt beim Lesen der Zeile auch die richtigen Werte an. Mit ein bisschen Skripting kriegt man sicherlich auch eine automatisierte Ansage bei Aktualisierungen hin.

Ich empfehle allen Interessierten, die eh tägliche Builds verwenden, nach diesen Neuerungen Ausschau zu halten. Die in Bälde zu erwartende Beta 4 von Firefox 3 wird diese Änderungen selbstverständlich auch enthalten.

Herzlichen Glückwunsch, Christiane!

Montag, 26. November 2007

Falls ihr es noch nicht wissen solltet: Christiane Link hat den diesjährigen Blogwettbewerb des Deutschlandradios gewonnen!. Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch!

Ich weiß, ich weiß, ich bin vollkommen zu spät dran! Aber ich hoffe, dass Du mir in Anbetracht dessen, was bei mir gerade alles so abgeht, verzeihen kannst, Christiane!

Und wer nicht weiß, wer Christiane ist oder was sie macht, dem empfehle ich dringend die Lektüre des oben verlinkten Blogs! Sowohl ihre Beiträge zur allgemeinen und besonderen Barrierefreiheit als auch ihr Bericht über die Übersiedelung nach England sind meiner Meinung nach sehr lesenswert und gehören in jeden RSS-Aggregator!