Meine ersten Schritte mit Android

Für die Arbeit am zugänglichen Firefox für Android hat seit März auch dieses mobile Betriebssystem bei mir Einzug gehalten. Allerdings nicht für den produktiven Einsatz, sondern lediglich für rein berufliche Zwecke. Alles begann mit einem HTC Desire Z. Dies ist ein älteres Modell mit herausziehbarer physischer Tastatur und einem Navigationsknubbel auf der Oberseite des Geräts. Nach dem mein Kollege diesem ein Standard-Android 2.3 “Gingerbread” spendiert hatte, war es auch tatsächlich halbwegs benutzbar. Die ursprünglich installierte HTC-Sense-Oberfläche war hingegen so gut wie gar nicht zugänglich.

Der in Gingerbread noch nicht unterstützte Touchscreen machte sich im Alltag an allen Ecken und Enden bemerkbar. War ein Element per direktionaler Navigation nicht zugänglich, gab es keine Möglichkeit, bestimmte Dinge auszuführen. Das waren eine ganze Menge, weswegen ich potentiellen Interessenten die Benutzung von Android 2.3 auf keinen Fall empfehlen kann. Auch gehen so wichtige dinge wie der Market und der Standard-Browser gar nicht zu bedienen. Das Gerät ist jedoch hilfreich, wenn es darum geht, den Firefox zu testen. Wir stellen sicher, dass sämtliche Bedienelemente mit einem D-Pad oder direktionalen Steuerkreuz ansteuerbar sind.

Vor einigen Tagen wurde dann entschieden, dass ich auch unbedingt unter Android 4.0 “Ice Cream Sandwich” (ICS) testen sollte. Dazu bestellte ich mir ein Samsung Galaxy Nexus. Das ist das Google-Galaxy, das erste Handy mit ICS.

Ice Cream Sandwich bringt im Bereich der Zugänglichkeit einige neue Funktionen mit. Die bemerkenswerteste ist Explore By Touch. Diese erlaubt endlich ein Erforschen des Touchscreens eines Android-handys.

Zur Einstimmung hörte ich mir die Folgen 61 und 62 des TuKSuB-Podcasts an. In diesen zeigt Oliver Nadig aus Marburg am “lebenden Objekt” die Ersteinrichtung und grundlegende Einstellungen von Android 4.0.

Als das Nexus gestern hier aufschlug, wusste ich also schon, was mich erwarten würde. Und richtig: Die Ersteinrichtung dauerte sehr lange, und mit der doch sehr wacklig unterstützten Standard-Tastatur war es mir nicht möglich, das Kennwort für das Google-Konto richtig einzugeben, so dass ich frustriert die Hilfe meiner sehenden Partnerin annahm. Vergleicht man dies mit iOS, welches nicht nur eine einfachere Möglichkeit zum Einschalten von VoiceOver bietet, sondern auch eine deutlich zuverlässigere Bedienung der Touch-Screen-Elemente erlaubt, ist da noch vieles im Argen im Staate Android! Mein iPhone und iPad habe ich schon mehrfach neu eingerichtet, ohne dass ich dafür irgendeine sehende Hilfe gebraucht hätte.

Auch im laufenden Betrieb war gerade die Standard-Tastatur immer wieder ein schwacher Punkt. Sie verhält sich inkonsistent. Manchmal werden Buchstaben schon durch Anheben des Fingers eingegeben, manchmal muss man den Finger anheben und nochmals extra tippen. Ein Muster ist nicht erkennbar.

Apropos Bedienung: Auch die allgemeine Bedienung des Touchscreens ist bei Android 4.0 wesentlich schwieriger als bei iPhone & Co.

Beim iPhone tippt man ein Element an, oder man zieht den Finger so lange über den Bildschirm, bis das gewünschte Element angesagt wird. Dann kann man entweder den Finger hochnehmen und irgendwo auf dem Bildschirm einen schnellen Zweifach-Tipper mit einem Finger ausführen, oder man lässt den ersten Finger auf dem gesprochenen Element und tippt irgendwo mit einem zweiten Finger aufs Display. Alternativ kann man nach links oder rechts wischen, um die Elemente des Bildschirms in Reihenfolge durchzugehen. Wird das gewünschte Element gesprochen, führt man wie eben beschrieben einen Doppeltipp irgendwo auf dem Display aus, um es zu aktivieren.

Bei Android verwendet man einen Finger zum Ziehen über das Display, bis das gewünschte Element gesprochen wird. Eine Wischgeste wie bei iOS gibt es standardmäßig nicht. Hat man nun das Element gefunden, das man aktivieren möchte, muss man den Finger anheben und genau an der Stelle des Elements wieder einmal aufs Display tippen. Bei genügend großen Elementen klappt dies zumeist. Je kleiner die Elemente jedoch sind, desto schwieriger ist es, genau gezielt zu tippen. Da liegt man auch schon mal gern daneben. Oliver zeigt die Geste an sich und deren Schwierigkeiten auch eindrucksvoll mehrmals im Podcast. Gerade für Einsteiger oder Menschen, die keine super genaue motorische Koordination besitzen, ist dies extrem schwierig und sehr fehleranfällig!

Zur Verbesserung der Situation unter Android 4.0 kann man für die Tastatur einen Ersatz installieren. Die App bei Google Play heißt Eyes-Free Keyboard und ersetzt das Standard Android-Keyboard als Eingabemethode. Dieses Keyboard bringt gegenüber dem Standard-Keyboard die folgenden Verbesserungen für Blinde:

  • Das Tippen ist jetzt zuverlässig. Man setzt einen Finger auf, zieht ihn an die Stelle, an der man den richtigen Buchstaben unterm Finger hat, und hebt ihn dann an. Dies ist vergleichbar mit dem Zehn-Finger-Tippen bei VoiceOver in iOS. Kleiner Schwachpunkt: Erwischt man einen Buchstaben neben dem gewünschten und schiebt den Finger nur leicht in die entsprechende Richtung, wird dies gern mal nicht wahrgenommen. Man muss eine größere Strecke zurücklegen, bevor die Erkennung des Finger-Ziehens wieder “aufwacht” und die Buchstaben wieder gesprochen werden. Danach sind auch kleine Bewegungen problemlos möglich. Das Tippen wird mit dieser Tastatur jedoch deutlich zuverlässiger als mit der Standard-Tastatur.
  • Man hat ein virtuelles Cursorkreuz zur Navigation, ähnlich dem oben für das HTC beschriebenen Steuerknüppel, zur Verfügung. man schaltet die Modi durch langes Gedrückt-Halten der Lauter-Taste um. Hierdurch kann man durch Elemente navigieren, indem man nach rechts, links, oben oder unten wischt, jedoch muss man dies im unteren Bildschirmdrittel tun.

Weiterhin fällt auf, dass ICS oft denkt, man habe zwei Finger auf dem Display, obwohl es nur einer ist. Dies passiert vorwiegend dann ganz gern, wenn man einen Finger anhebt und schnell woanders wieder aufsetzt. Ist der Bereich, in dem man sich befindet, scrollbar, schaltet Explore By Touch gern mal in den Scroll-Modus. Anscheinend überfährt man durch zu schnelles Wieder-Aufsetzen des Fingers die Erkennung der Software, dass ein Finger das Display verlassen hat. Dies hängt eventuell mit dieser Erklärung auf englisch zusammen, warum Android niemals einen so schnell reagierenden Touchscreen haben wird wie iOS.

Positiv fällt auf, dass Android 4.0 mehr mehr oder weniger zugängliche Apps schon an Bord hat als Android 2.3. Google Play, jetzt einfach Store genannt, funktioniert mit TalkBack, der eingebaute Browser geht zumindest rudimentär, es sei denn, man installiert die Web Scripts aus den Accessibility-Einstellungen, welche im Prinzip ein ChromeVox aufsetzen, dann geht’s etwas besser.

Als Browseralternative kann ich für Spielfreudige unsere eigene Entwicklung der Accessibility in Firefox für Android Native empfehlen. Die mehrsprachige Version der sog. nächtlichen Builds findet man unter diesem Link. Läuft TalkBack, wenn man Nightly startet, wird automatisch die Accessibility eingeschaltet. Explore By Touch geht im Webinhalt noch nicht, aber wenn man das virtuelle D-Pad des Eyes-Free Keyboard verwendet, kann man mit den Richtungen rechts und links durch Webinhalte wandern und sie lesen, ein Tippen aktiviert z. B. einen Link, mit Rauf kommt man zurück in die native Android-Oberfläche des Browsers, wo man die Adresszeile aktivieren kann, einen neuen Tab öffnen, das Menü aufrufen usw. Mit Runter kommt man zurück in den Webinhalt und kann an der Stelle fortsetzen, an der man aufgehört hat zu lesen, vorausgesetzt, man hat keine neue Seite geladen. Den benutze ich jetzt natürlich für alle Browsing-Aufgaben. ;-) Mehr technische Infos über die Art, wie diese Accessibility funktioniert, findet man in diesem englischen Blogeintrag von mir. Firefox für Android läuft auch unter gingerbread, genau wie die Accessibility dies auch tut.

Zum Abschluss noch eine Anmerkung: Das Projekt WebAIM hat am 31.05. die Ergebnisse seiner vierten Screen-Reader-Umfrage veröffentlicht. In diesen ist ganz deutlich ablesbar, dass iOS unter blinden Handynutzern überdurchschnittlich stark vertreten ist. Es wird sogar vermutet, dass Nutzer, die irgendein Feature für Menschen mit Behinderungen in iOS nutzen, 5-10% des gesamten iOS-Markts ausmachen könnten. Android hingegen ist mit einem verschwindend geringen Anteil vertreten, weit unter dem Durchschnitt der übrigen handynutzer. Trotz der fortschritte in Ice Cream Sandwich verwundert dies nicht. Erstens ist ICS noch längst nicht weit verbreitet, während iOS 5 quasi überall läuft, und zum zweiten ist trotz der fortschritte in ICS der Support für viele Apps und die Bedienung für nicht total technisch versierte Anwender so wackelig, dass sich daran auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Man kann getrost sagen, dass Apple die Schlacht um die zugänglichen mobilen Betriebssysteme ganz klar für sich entschieden hat und dies inzwischen auch einen nicht unerheblichen Teil zu ihren Einnahmen beitragen dürfte. Es steht also nicht zu befürchten, dass Apple sein Engagement in diesem Bereich verringern wird.

Werde ich nach einer persönlichen Empfehlung gefragt, wird diese für Neueinsteiger und Umsteiger älterer Nokia-handys mit Talks oder MobileSpeak immer lauten: Besorg’ dir ein iPhone. Es ist das betriebssicherste moderne Smartphone, das man als Blinder einsetzen kann. Einziges Manko: Firefox läuft nicht drauf. :) Aber da für Blinde ein betriebssicheres Handy unerlässlich ist, kann ich ein Android-handy guten Gewissens weiterhin nicht empfehlen. Es ist einfach immer noch zu unzuverlässig, gerade für Menschen, die nicht super technisch versiert sind.

Über Marco

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Comments

14 Antworten auf Meine ersten Schritte mit Android

  1. Lieber Marco,danke für deinen Bericht obwohl ich nur die Hälfte verstanden habe;-)

    Hast du die Sprachsteuerung ausprobiert?

    Was mir bei beiden Systemen fehlt: Eine separate Sprachsteuerung für Apps. Dafür habe ich noch keine Lösung gefunden, das iPhone von Max wäre sowie so zu alt dafür, beim iPad funktioniert es ebenfalls nicht und bei meinem Galaxy ist sowieso alles dafür verloren.

    Es wäre nämlich super, wenn unsere Grace App eine Sprachsteuerung hätte.^^
    LG Doreen aus Berlin

    LG Doreen

  2. Marco sagt:

    @Doreen, nein, die habe ich nicht ausprobiert. Die ist aber auch nicht vergleichbar mit dem, was Samsung in sein Galaxy S III reingebaut haben, das sie kürzlich vorgestellt haben. Das, was das Galaxy Nexus an Sprachsteuerung kann, ist höchstens(!) soviel wie das, was ein iPhone 3G S oder 4 (ohne S) können. Also nichts, nachdem Du suchst. :) Eine allgemeine Sprachsteuerung für Apps ist mir bisher weder für iPhone noch für Android bekannt.

  3. Danke Marco für den ausführlichen Bericht. Da ich selbst weder Iphone noch Androidhandy habe, sind mir viele der Begriffe und Oberflächen recht fremd. Aber ich finde genau für solche speziellen und detaillierten Berichte sind Blogs da.

    Im November 2011 hatten wir Stephan Merk als Referenten von Codefactory bei der Tagung der BFG IT. Er sprach sich massiv gegen Iphone und zu Gunsten von Android aus – sicherlich deswegen, weil Codefactory mit ihren Screenreadern und speziellen Anwendungen dort Marktanteile sieht.

    Ein weiteres problem für Android dürfte sein, dass die neueste Version meist nur auf wenigen Handies verfügbar ist und damit nur wenige wirklich zugänglich sein werden.

  4. Patrick sagt:

    Auch als Sehender ist das Einrichten und das erste Erkunden von Android in meinen Augen “schwieriger” als bei iOS. Auch dass sich das Bedienkonzept im Prinzip bei fast jeder Android-Version mehr oder weniger ändert, ist eigentlich ein Armutszeugnis für Google…

  5. Thomas sagt:

    Kann den Kommentaren hier nicht ganz zustimmen. Zehe begeht den typischen Fehler eines Newbies. Ebenso gut könnte ein IE-Benutzer sagen, ein Firefox sei schlechter als IE, weil er sich mit dem IE besser auskennt. Nur weil man sich drei Tage mit einem System beschäftigt hat kennt man es nicht. Ich kenne genug Blinde, die von iPhone zurück zu Nokia gewechselt sind, ja wirklich, da sind einige. Und ich kann mich recht gut erinnern, wie hackelig ich den Umstieg von Android aufs iOS fand, habe jetzt beides in Gebrauuch und vom Handling her nehmen die sich nichts. Nur so nebenbei, Apples Oberfläche sieht seit gut 3 Versionen gleich aus, neue Entwicklungen bzgl. Usability sind da nicht eingeflossen im Gegensatz zu Android.

  6. Petra sagt:

    @Thomas Ganz ehrlich, ich kenne auch genügend Blinde, die sehr begeistert vom iPhone sind und es nie wieder missen wollen. Aber darum geht es hier nicht.
    Du sagst, Marco müsse sich länger mit dem System beschäftigen, um eine fundierte Meinung äußern zu können. Ich sage: Ein gutes Smartphone sollte für Sehende intuitiv erfassbar sein, man sollte sich nicht länger als 2-3 Stunden(!) damit beschäftigen müssen. Für Blinde gilt mindestens dassselbe. Wer hat denn bitte die Zeit und Geduld, sich länger als 3 Tage damit auseinanderzusetzen, nur um damit erst mal klarzukommen?
    Dass Android ständig Ver(schlimm)besserungen an seiner Oberfläche bzgl. “Usability” einbringt (und viele stammen nicht einmal vom Betriebssystem selbst, sind also nicht von Google vorgegeben, sondern werden von den Handyherstellern implementiert) kann auch als Nachteil gesehen werden. Man muss sich ja bei jeder Aktualisierung, bei jedem anderen Android Phone auf etwas neues einstellen.
    Da lobe ich mit Apple mit seinem konsistenten Bedienkonzept, welches durchgängig gut durchdacht und einfach zu erlernen ist.

  7. Harald sagt:

    Hallo Marco,

    danke für den interessanten Bericht. Kannst du (vielleicht mit Hilfe deiner Partnerin) herausbekommen, was sich bei Android 4.0 in punkto Schriftgrößen getan hat? Da ist iOS mit der Option “große Schrift” und der Zoom-Funktion sehr praktisch (und übrigens viel besser als Mac OS X). Bei Android war es früher wohl nicht möglich, die voreingestellte Schriftgröße zu ändern. Ice Cream Sandwich soll da flexibler geworden sein. Genaueres konnte ich aber bisher nicht in Erfahrung bringen.

    Viele Grüße,
    Harald

  8. Harald sagt:

    @Petra: Ich besitze zwar selber ein iPhone und finde die grundsätzliche Bedienung klasse. Von “durchgängig gut durchdacht” ist iOS aber weit entfernt. Teilweise funktionieren die einfachsten Sachen nicht oder nur mit Riesenaufwand. Zum Beispiel kann man nicht einmal aus dem E-Mail-Programm heraus eine Mail mit Anhang verschicken. Ganz schön blöd also, wenn ich eine E-Mail zu schreiben angefangen habe und mir dann erst einfällt, dass ich auch noch ein Urlaubsfoto mitschicken will. Ich könnte hier noch etliche nervige Eigenheiten mehr aufzählen, die teilweise von Apple sogar absichtlich eingebaut werden.

    Aber natürlich will ich nicht zu einer allgemeinen Systemdebatte aufrufen. Ich finde nur, man muss die iOS-Produkte mal realistisch betrachten und sehen, dass sie, ganz unabhängig von unseren speziellen Anfordetungen, auch große Tücken haben. Wer mit diesen Tücken nicht leben kann, dem nützt auch eine noch so gute Zugänglichkeit nichts. Umgekehrt bin ich nicht begeistert, dass ich praktisch auf das iPhone festgelegt bin, nur weil Android – zumindest vor der v4.0 – keine Vergrößerung der Schriften erlaubt.

    Meiner Meinung nach sollten wir uns alle immer mal wieder Android-Geräte ansehen und testen, ob/wie wir damit klarkommen.

    Viele Grüße,
    Harald

    • Petra sagt:

      Hallo Harald,

      ich schrieb über das Bedienkonzept, was etwas völlig anderes ist als fehlende Funktionen im Betriebssystem. Dass man da immer was zu mäkeln finden kann, und zwar bei jedem Hersteller, ist klar.

  9. hans sagt:

    @marco: ich finde es schade, dass du dich in deinem bericht ausschließlich auf die kostenlosen bedienungshilfen für android fixierst. der einzige screenreader, der für android-smartphones wirklich in frage kommt, ist die app “mobile accessibility” von code factory. die hast du mit keinem wort erwähnt. diese app ist zwar verhältnismäßig teuer, funktioniert aber bestimmt weitaus besser als beispielsweise talkback, da sie von spezialisten entwickelt wurde. ich geb dir zwar recht, dass das iphone, noch, die beste lösung für blinde ist, weil der screenreader, in dem fall voiceover, eben ein teil von ios ist, und apple auch wert darauf legt, dass entwickler ihre apps für blinde in gewisserweise zugänglich machen. das ist bei android nicht der fall. ich glaube aber nicht, dass es um die zugänglichkeit von android so schlecht bestellt ist. wenn du schon darüber bloggst, dann bitte richtig.

  10. Daniele Corciulo sagt:

    Hallo Zusammen

    Ich habe mir gerade erst gestern ein Gallaxy nexus gekauft, um Android nochmals eine Chance zu geben. Es war mir nicht möglich Talkback einzuschalten, eigentlich sollte dies mit einem Quadrat möglich sein. Ich habe dies mehrere Male versucht. Ich denke schon, dass Android Potential hat, aber von Zuverlässigkeit ist zur Zeit noch keine Rede. Hat Jemand übrigens einen Tipp, wie man Talkback startet?

  11. Angela sagt:

    Danke für diesen Eintrag. Als eigentlich zufriedene Besitzerin eines iPhones bin ich immer sehr an Neuerungen/Verbesserungen bezüglich der Zugänglichkeit von Android-Geräten interessiert. Auch wenn es vielleicht unzulässige Schleichwerbung wäre, finde ich wie Hans, dass die Mobile accessibility von Codefactory zumindest erwähnt werden sollte, die ja außer der MA-Suite auch einen Screenreader beinhaltet. Die Infos auf der CF-Hp scheinen mir nicht aktuell zu sein.
    Wie gesagt bin ich an sich zufrieden mit meinem iPhone 4, und dem Einwand, dass man sich mind. 3 Tage mit einem OS beschäftigt haben müsse, um es beurteilen zu können, muss ich widersprechen. Vor dem iPhone hatte ich immer “normale” s60-Handys mit Talks, das iPhone (damals ein 3GS) probierte ich in einem T.-Laden aus. Nachdem der typ vom T. VoiceOver eingeschaltet hatte, konnte ich ohne weiteres den Touchscreen erkunden, die Bedienung des damals für mich völlig neuen IOS machte mir keinerlei Probleme. Abgesehen vielleicht von ein paar Gesten. Und ich hatte mich höchstens eine halbe Stunde damit beschäftigt!

    Aber wie Harald möchte ich nicht auf das leider sehr teure iPhone festgelegt sein. Apple hat für alle anderen Geräte eine preisgünstigere version in seinem Portfolio, das iPhone gibt es aber weiterhin nur als teures high-end-Gerät – ein ärgerlicher Umstand. Und mein iPhone 4 wird schon in einem Jahr bei Updates etc. nicht mehr berücksichtigt. Und ich kann und will mir nicht alle 3 Jahre ein neues teures iPhone leisten. Daher bin ich immer offen für Alternativen zum iPhone und IOS. Um noch mal auf MA zurückzukommen: Es stimmt, dass es Mehrkosten mit sich bringt, die sehende Nutzer nicht haben. Aber mit m.W. 70 € und einer nicht gerätgebundenen Lizenz ist MA immer noch wesentlich billiger als Talks, wofür ich selbst für ein Update ü. 100 Euronen auf den Tisch legen musste. Anders gesagt, ich wäre schon zufrieden, wenn Android inklusive seiner standard-Apps überhaupt mal zugänglich würde, ob mit einem ab werk installierten oder einem externen, kostenpflichtigen screenreader.
    Gruß

  12. Clemens sagt:

    Hallo Marco,
    danke für diese informative Darstellung!
    Ich habe mir erlaubt, in meinem Blog zwei kleine Stellen aus deinem Artikel zu zitieren – natürlich mit Quellenangabe. Siehe hier: http://clru.wordpress.com/2012/10/25/android-handys-sprachausgabe/#Accessibility . Ist das OK? Ich habe zwar keinen Doktor zu verlieren, aber ich will es korrekt machen.
    Noch zwei Fragen zum Thema:
    1.) Beim iPhone kann ich mit der dreifach Home-Taste zwischen VoiceOver und Normalbetrieb einfach hin und her schalten. Gibt es für TalkBack etwas Vergleichbares?
    2.) Muss ich zum Vorlesen – etwa einer Email – immer TalBack aktivieren oder gibt es etwas, was dem “Auswahl vorlesen” vom iPhone entspricht?
    Beste Grüße
    Clemens

  13. Marco sagt:

    Hallo Clemens,

    ja, das ist völlig in Ordnung so! Danke für den Link! :)

    Zu Deiner ersten Frage: Man kann seit Android 4.2 bei ausgeschaltetem Talkback folgendes machen: Erst den Ein-/Ausschalter drücken, bis ein Sound ertönt. Dann loslassen und zwei Finger aufs Display legen und liegen lassen. Nach ein paar Sekunden fängt die Sprachausgabe zu sprechen an. Die Finger weiter liegen lassen, bis die Sprachausgabe ganz angesprungen ist.
    Ausschalten muss man sie dann aber über die Einstellungen/Bedienungshilfen/TalkBack, das ist also beides längst nicht so komfortabel wie bei iOS, funktioniert aber seit 4.1 generell besser als in 4.0.

    Zu Deiner zweiten Frage: Ob es etwas gibt, das dem “Auswahl vorlesen” des iPhone entspricht, weiß ich nicht. Die Frage habe ich mir bisher nie gestellt, weil ich ohne Talkback gar nicht in eine E-Mail rein käme. :)

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